Spielzeugfreies Kinderzimmer

Vor kurzem stand ich wieder heulend im Zimmer der beiden jüngsten Kinder und wusste nicht, wo ich anfangen sollte aufzuräumen. Ich hatte doch erst vor zwei Tagen das komplette Zimmer aufgeräumt. Geht es dir auch manchmal so? Ertrinken deine Kinder in Spielzeug und schmeißen es nur durch die Gegend? Dann ist es vielleicht auch bei dir Zeit für „Spielzeugfrei“.

Spielzeugfrei? Was soll das sein?

Auf das Thema „Spielzeugfrei“ bin ich vor ungefähr einem Jahr gestoßen. Manch einer würde sagen es war Zufall, aber nichts geschieht zufällig. Also war es wohl eine göttliche Fügung, die mich diesem Thema näher gebracht hat. Kurz habe ich das Thema also angelesen und dann doch relativ schnell wieder verworfen. Ich wollte meinen Kindern ihr Spielzeug nicht wegnehmen.

Spielzeugfrei kann wohl jeder so gestalten, wie er es für richtig hält. Spielzeugfrei bedeutet daher nicht, dass die Kinder überhaupt kein Spielzeug mehr haben dürfen. Es sollte achtsam damit umegangen und nicht mehr nur konsumiert werden. Denn ich habe in letzter Zeit beobachtet, dass z.B. mein ältester Sohn Spielzeug einfach nur haben will, damit er es hat. Nicht, weil er unbedingt damit spielen will. Und dabei platzte sein Zimmer schon aus allen Nähten.

Wie wir das Thema umsetzen!

Nun, wie setzen wir das Thema „Spielzeugfrei“ um? Ganz einfach: Ich habe erstmal ungefähr 99% des Spielzeuges aus den Kinderzimmern entfernt und auf den Dachboden gebracht (okay, der Mann hat tatkräftig mitgeholfen die Sachen hoch zu bringen). Nun hat der große Sohn noch die Hälfte seines Legos und ein paar Kleinigkeiten. Die Tochter und der kleine Sohne haben aktuell einige Puppen und die Spielküche mit sehr sehr wenig Zubehör. Außerdem haben die beiden einen kleinen Tisch mit zwei Hockern in ihrem Zimmer und einen Hundeweidenkorb mit vielen Decken und Kissen und Bauklötzer, sowie Schleichtiere und einen kleinen Stall für die Tiere. Der große Sohn hat noch eine Turnmatte, einen Tunnel, seinen Schreibtisch und eine kleine Gitarre, sowie Trommel in seinem Zimmer.

Also ihr seht, Spielzeugfrei ist es nicht, aber es ist sehr reduziert. Und trotzdem fliegen die Sachen durch die Gegend und werden irgendwie nicht wirklich bespielt. Daher werde ich in den nächsten Tagen noch einmal ausmisten und Sachen wegräumen.

Und natürlich bekommen die Kinder Spielzeug wieder, wenn sie es möchten. Allerdings wurde bisher nur nach etwas zum verkleiden gefragt und nach einer handvoll Playmobil (das ist allerdings schon wieder auf dem Dachboden).

Und was macht ihr mit dem aussortierten Spielzeug?

Einiges werde ich verkaufen – ganz einfach! Natürlich wird das vorher mit den Kindern besprochen. Aber es braucht einfach niemand 20 Barbies oder Kistenweise Playmobil. Oder irgendwelche anderen Dinge, die schon lange in Vergessenheit geraten sind. Daher werden die Dinge verkauft, andere Kinder damit glücklich gemacht, das Geld zur Seite gelegt und in andere Dinge investiert (oder eben auch nicht).

Es ist einfach genug da. Kinder brauchen kein Zimmer voller Spielzeug. Sie sind oft einfach total überfordert von all dem Zeug und spielen dann auch nicht wirklich damit. Die Sachen werden nur von einer zur anderen Seite geräumt, fliegen überall herum und gehen kaputt. Und dafür muss man kein Geld ausgeben, oder? Wie siehst du das?

Liebste Grüße und bis bald!

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